Global Reach: Kultur
Kultur als Prägung durch vertraute Institutionen mit erheblicher Bandbreite ist zusammengefasst die Summe aller Überzeugungen (Beliefs), Regeln, Techniken und Institutionen, die menschliches Zusammenleben in Bezug auf die vielfältigsten Verhaltensweisen prägen, die u.a. auf folgende Ebenen verweisen:
Kultur-Räume dienen der eigenen Identitätsfindung in einer vertrauten Umgebung. Zugleich erleben Menschen im 21. Jh. neue Öffnungen für immer umfassendere Einzugsräume. Beispiele sind das klassische Cafe und seine Wandlung zum Internet-Cafe oder die Club Mitgliedschaft von der Ebene des Trachtenvereins im Vergleich zum Besuch im Business Club in den Business Launches der großen Hotelketten in den Weltmetropolen. Friedmann hat für diese Spannbreite zwischen Vertrautem und globaler dimensionierter Höchstleistung den Olive Tree als Sinnbild vertrauter mediterraner Cuisine und den in globalem Maßstab produzierten und ausgelieferten Lexus als Hightech Hybrid-Auto gegenüber gestellt.
Folgende Faktoren dynamisieren den kulturellen Global Reach im 21. Jahrhundert nachhaltig:(1) Politik beinhaltet den Aufbau von Machtstrukturen und damit auch von Kulturdominanz (vgl. Global Reach: Politik – Wandel von der bipolaren zur multipolaren Welt)
(2) Die Renaissance der Weltreligionen polarisiert die Thesen vom „Clash“ und von der Konvergenz der Kulturen
(3) Technologische Kompetenzen als Ausdruck kulturell-zivilisatorischer Leistungen eröffnen enorme Globalisierungspotenziale (u.a. intelligente Produkte). Ihr Gefälle ermahnt zu einem mehr an Technologietransfer und zum Abbau einer verstärkten digitalen Kluft zwischen arm und reich
(4) Die Technik-Innovationen in der Informationstechnologie (GPS/Galileo, Mobiltelefonie, Navigationssysteme, Datenautobahnen etc.) und die aufstrebende Medienindustrie revolutionieren das menschliche Kommunikationsverhalten und verstärken zugleich die Spannung zwischen Kultur und Kommerz(5) Weltkultur durchmischt vertraute, multipolare, multikulturelle und globale Dimensionen in den Perzeptionen des Global Citizen im 21. Jahrhundert und beeinflusst dadurch menschliches Bewusstsein u.a. auch von einer verbreitert entwickelten und durch Reformen veränderten Welt, in der Menschen in Zukunft leben möchten
(6) Interkulturelles Management wird für alle Global Player die ihre weltweiten Betätigungs- bzw. Geschäftsfelder erweitern wollen – und dies gilt insbesondere für die Multinationalen Unternehmen als Globalisierungstreiber par excellence – zu einer Herausforderung höchster Priorität, die eines erheblich erweiterten Wissens-Managements bedürfen um globale Probleme und Märkte erfolgreich bearbeiten zu können.
